9. Virtuelles Mehrgenerationenhaus im Saarland feiert Richtfest

Homburg neuer Standort eines Virtuellen Mehrgnerationenhauses

Wie kann ich den Generationenzusammenhalt und die Nachbarschaftshilfe in der Kommune via Smartphone und Tablet stärken? Das war die Ausgangsfrage für das 2016 gestartete Modellprojekt „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“ der Kampagne Onlinerland Saar. Zwei Jahre und über 150 Veranstaltungen später spiegelt sich der Erfolg des deutschlandweit einzigartigen Modellprojekts in der Eröffnung von vier neuen Projektkommunen im Landkreis St. Wendel/Ortsteil Freisen, in der Gemeinde Heusweiler, der Gemeinde Illingen und der Universitäts- und Kreisstadt Homburg wider.

Sie reihen sich damit in eine Liste saarländischer Kommunen ein, welche bereits jetzt einen interaktiven Begegnungsraum geschaffen haben. Das neunte Virtuelle Mehrgenerationenhaus startete heute in der Kreis- und Universitätsstadt Homburg mit der Tabletübergabe an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ministerin Monika Bachmann erläutert die Beweggründe ein solches Modellprojekt im Saarland zu installieren: „Mit dem Projekt wollen wir einen Beitrag zur digitalen Teilhabe aller Saarländerinnen und Saarländer leisten und so einen Begegnungsraum für den Generationendialog schaffen. Mich freut ganz besonders, dass wir in den vier neuen Virtuellen Mehrgnerationenhäusern mit 10 Jahren eine ganz junge Teilnehmerin im Projekt begrüßen dürfen und ebenso, dass wir einen hochmotivierten 90-jährigen Teilnehmer mit dabei haben und so ein wirklicher Generationendialog entstehen kann.“

Die Teilnehmer sollen im Rahmen des Projekts unter anderem in die Lage versetzt werden, mit Hilfe der Tablets selbstständig untereinander zu kommunizieren und sich auszutauschen. Nach dem Projektende am 31.12.2019 dürfen die Bewohner bei erfolgreicher Teilnahme das Tablet behalten, damit bestehende Kommunikations­netzwerke aufrecht erhalten bleiben. „Im Generationendialog sollen die gesteigerten Anforderungen an jeden Einzelnen durch die Digitalisierung praxis- und alltagsnah vermittelt werden. Die nachhaltige Förderung der Digitalisierung und Nutzung neuer Medien kann eine digitale Spaltung in der Bevölkerung zwischen Jung und Alt verhindern und zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements vor Ort beitragen. So kann man sich z. B. über einen Plausch im virtuellen Hausflur via Instant Messenger auf den aktuellen Stand in Sachen Wetter, Verkehrslage oder Freizeitvorhaben austauschen“, so Uwe Conradt, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland.

Um den Umgang mit dem Tablet zu erlernen, werden zu Beginn des Projekts die Kurse der Kampagne Onlinerland Saar „Kaffee-Kuchen-Tablet“ und „Kommunikation mit Tablets“ durchgeführt. Außerdem werden regelmäßige „Tablet-Kränzchen“ veranstaltet, bei denen die Teilnehmer die Gelegenheit haben, sich ganz analog untereinander auszutauschen. „Unter Anleitung eines Referenten lernen die Bewohner dort neue Möglichkeiten der virtuellen Kommunikation und Vernetzung kennen. Durch das Aufzeigen nützlicher Tools und Anwendungen erfahren sie, wie man die Vorteile der digitalen Technik in den Alltag integrieren kann. Durch die längerfristige Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Fragen rund um die digitale Welt – die Themenpalette reicht vom Suchen nach Gesundheitsinformationen im Netz, Fragen nach dem digitalen Nachlass, aber auch das Austesten von VR- und AR-Anwendungen – bietet das Virtuelle Mehrgenerationenhaus eine nachhaltige Schulung an“, berichtet Dr. Gerd Bauer, Vorstandsvorsitzender des MedienNetzwerks SaarLorLux e. V.

Hintergrundinformationen zum Projekt „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“:

Das „Virtuelle Mehrgenerationenhaus“ ist ein Projekt von „Onlinerland Saar“, MedienNetzwerk SaarLorLux e. V., Landesmedienanstalt Saarland und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes. 2016 wurden bereits vier Virtuelle Mehrgenerationenhäuser mit jeweils 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern saarlandweit eingerichtet und im Jahr 2017 folgten zwei weitere Virtuelle Mehr­generationenhäuser. Der große Erfolg des Virtuellen Mehrgenerationenhauses in den Modellkommunen hat die Projektpartner veranlasst, vier weitere in das Projekt mitaufzunehmen. Den Teilnehmern werden Tablet-PCs zur Verfügung gestellt, die sie nutzen, um miteinander zu kommunizieren und ihr Leben im Alter „smarter“ zu gestalten. Das Projekt wird vom Büro des „Onlinerlandes“ in Saarbrücken und von örtlichen Ansprechpartnern, welche die Kommunen zur Verfügung stellen, koordiniert.

Für Rückfragen steht das Onlinerland Saar Projektbüro unter der Telefonnummer 0681/38988-10 oder per E-Mail info [at] onlinerland-saar [dot] de zur Verfügung.

 

29. August 2018